WARUM VERBLASSEN JEANS?

Blue Jeans wären ohne diese Hauptzutat nicht blau: den Indigo-Farbstoff. Aber was ist Indigo? Indigo wird oftmals als „lebende Farbe“ bezeichnet und die Tatsache, dass indigogefärbte Jeans mit der Zeit verblassen, ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, das Denim von allen anderen Materialien abhebt. Aber warum ist das so und warum fertigen und tragen wir weiterhin Kleidungsstücke, die absichtlich ihre Farbe verlieren?

Der Grund, warum gefärbter Denim verblasst, ist ziemlich einfach. Im Gegensatz zu anderen Farbstoffen dringt Indigo nicht bis in den Kern des Garns vor, sondern haftet sich nur an. Wenn die Kleidungsstücke aus Denim getragen werden, färben sie durch Reibung ab und die weiße Farbe wird mit der Zeit sichtbar. In diesem Moment hält man plötzlich eine ganz anders gefärbte Jeans in seinen Händen.

Seit Tausenden von Jahren wird natürliches Indigo aus Pflanzen gewonnen. Der Farbstoff ist sehr teuer in der Herstellung und der Färbeprozess lässt sich nur schwer steuern. Deshalb wurde im Jahr 1897 eine synthetische und weniger kostenintensive Version des Farbstoffs Indigo in der Produktion eingeführt. Doch die Formel für synthetisches Indigo wurde nicht über Nacht erfunden. Ihre Ursprünge gehen zurück auf das Jahr 1865, als der deutsche Chemiker und Nobelpreisgewinner Adolf von Baeyer die ersten Versuche mit der synthetischen Herstellung von Indigo wagte. Laut Wikipedia wurden 2002 weltweit 17.000 Tonnen synthetisches Indigo produziert. Im Vergleich dazu: Für ein Paar Blue Jeans werden zwischen drei und zwölf Gramm Indigofarbe benötigt, um die Hose blau einzufärben.