SO STELLEN WIR UNSERE JEANS HER, TEIL III: WASCHEN UND BEHANDELN

Wenn du Teil 1 und Teil 2 von „So stellen wir unsere Jeans her“ noch nicht gelesen hast, kann du das jetzt nachholen. Bei der Herstellung von Herrenjeans denken wir in drei Phasen. Zuerst wird der Denim-Stoff aus Baumwolle gefertigt. Als Nächstes wird dieser Denim zu einer Jeans vernäht. Und schließlich wird die Jeans gewaschen und mit verschiedenen Verfahren behandelt. Das ist unser Lieblingsschritt. Denim sieht erst richtig lebendig aus, wenn er ausgeblichen ist. Das passiert auf natürliche Weise beim Tragen (hier erfährst du, warum das so ist und wie das geschieht). Bis die Jeans allerdings eine schöne ausgeblichene Optik hat, können Jahre vergehen. Glücklicherweise können wir diesen Vorgang mit modernen Behandlungsverfahren und innovativen Technologien beschleunigen. Dabei setzen wir immer auf unsere traditionelle Handwerkskunst und unsere Expertise bei der Herstellung von Jeans im authentischen Used Look.

Charakter entsteht in der Wäscherei

Das natürliche Verblassen einer Jeans kann auf vielfältige Weise nachgeahmt werden. Je nach gewünschtem Ergebnis nutzen wir dazu viele verschiedene Behandlungstechniken. Jedes Paar Jeans kann ganze 16 unterschiedliche manuelle Behandlungen durchlaufen.

Gleichmäßige Waschung: Stonewash-Verfahren und Ozonbehandlung

Für einen gleichmäßigen ausgeblichenen Look nutzen wir eine Kombination aus traditionellem Waschen, entweder mit oder ohne kleine Bimssteine, sowie Ozonbehandlung. Beim letzten Verfahren handelt es sich um einen innovativen Waschvorgang, bei dem ein Gas – in diesem Fall Ozon – anstelle von Wasser genutzt wird, um die Farbe des Denim aufzuhellen. Diese Ozonbehandlung ist ein Kernelement unserer Initiative Low Impact Denim und hilft uns bei unserem Ziel, den Wasser- und Energieverbrauch im Behandlungsprozess um mindestens 40 bzw. 30 Prozent zu senken.

Einzeln aufgetragene Effekte: Bleichen, Sandstrahlen und neue innovative Prozesse

Soll der Stoff nur an bestimmten Stellen blasser wirken, kann ein Bleichmittel mit Bürste oder in Sprayform aufgetragen werden. Eines der auffälligsten Behandlungsverfahren ist der Moustache-Effekt an den Oberschenkeln der Hose. Diese auch als Schnurrbart bezeichneten, charakteristischen Linien werden normalerweise mit Sandpapier oder einem Laser in den Stoff eingebracht. Wie du bereits festgestellt hast, tun wir so einiges, um unseren Jeans einen natürlich wirkenden Used Look zu verleihen. Sogar den 3D-Effekt der Tragefalten haben wir nachgeahmt. Dazu tragen wir eine wachsartige flüssige Substanz auf die Jeans auf, um die Falten, die sich an den Mannequins gebildet haben, in Form zu halten. Dann wandern die Jeans durch einen großen Industrieofen, in dem das Wachs bei 160 °C gehärtet wird.

Der letzte Schliff: So wird aus der Jeans ein Einzelstück

Auch wenn die Prozesse die gleichen sind, so sieht am Ende keine Jeans wie die andere aus. Und das ist auch gut so! Die Jeans haben ihren typischen Look erhalten, nun fehlt nur noch der allerletzte Schliff. Der letzte Schritt ist quasi das i-Tüpfelchen. Hier werden die letzten Patches, die Knöpfe und die Etiketten angebracht und die Jeans werden in Kartons verpackt.